
Auf dem Weg zur Ankunft auf dem Marktplatz im Zentrum Bad Vilbels © Foto: Petra Häfner
Tour de Natur 2026 – Zwischenstopp auch in Bad Vilbel
8. August 2026. Am 27. Juli machte die Tour de Natur Station in Bad Vilbel. Wir beteiligten uns am Empfang der gut 100 Radelnden. Um 10:30 Uhr begrüßte Wulfhard Bäumlein die Teilnehmenden der Tour auf dem Marktplatz im Rahmen einer Kundgebung.
Wulfhard machte im Rahmen der Kundgebung in seiner Begrüßungsrede die lokale, hessische und bundesweite Verkehrspolitik zum Thema. Nach wie vor genießt im Rahmen der Verkehrspolitik das Auto Vorrang vor allen anderen Verkehrsteilnehmenden und dem Öffentlichen Personennahverkehr. Sichtbare Zeichen hierfür sind unter anderem die Projekte zum Ausbau der A 5 auf zehn Spuren zwischen dem Frankfurter Kreuz und der Anschlussstelle Friedberg und zum Ausbau der B 3 zwischen Bad Vilbel-Massenheim und Karben-Kloppenheim. Hinzu kommt die standhafte Weigerung des Bundesverkehrsministeriums, jüngst erneuert durch den neuen Verkehrsminister Steffen Bilger, ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen einzuführen. In Anbetracht der „Hitzewallungen“, die uns in diesem Sommer bisher heimgesucht haben, dränge sich der Verdacht eines verkehrs- und klimapolitischen Autismus auf, so Wulfhard unter Beifall der Zuhörenden.
Bei der Verkehrswegeplanung sollten alle Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt werden. Erheblicher Nachholbedarf besteht in diesem Kontext bei den Radwegen. „Dem motorisierten Verkehr wird viel Platz eingeräumt, dagegensollensichbeispielsweise an der Friedberger StraßeRadler und Fußgänger ihren Weg teilen“, so Wulfhard.
Hintergrund Die Tour de Natur ging 1991 aus dem Widerstand gegen die Thüringer-Wald-Autobahn hervor. Nunmehr zum 36. Mal setzte sie sich gegen naturzerstörende Verkehrsprojekte, für klimafreundliche Alternativen zum Auto und für eine nachhaltige Energiepolitik und Landwirtschaft ein. Zu den Schwerpunkten der Tour de Natur zählt der Radverkehr. Die diesjährige Tour fand vom 25. Juli bis zum 9. August statt. Sie begann in Frankfurt und führte über Marburg bis nach Erfurt. Die Teilnahme an der rein ehrenamtlich organisierten Tour de Natur ist stets auf der gesamten Strecke oder auf einzelnen Etappen möglich. |
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Auch Wolfgang Schuch, Mitarbeiter von Hessen Mobil und Ko-Organisator der diesjährigen Tour de Natur, sprach auf der Kundgebung: „Wir radeln für den Schutz unserer Lebensgrundlagen und setzen uns für die Energie- und Verkehrswende ein. Wir müssen in Wirtschaft und Gesellschaft umdenken.“
Eine Teilnehmerin in Bad Vilbel war mit ihrem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln aus Bremen angereist, eine andere aus Heidelberg. Zum Abschluss der Kundgebung stimmten die Teilnehmenden den „Verkehrswende-Rap“ an. Sodann schnappten sie ihre Fahrräder und steuerten – eskortiert von der Polizei – den Dottenfelderhof an, wo sie mit Speis und Trank versorgt wurden und den Hof besichtigten. Die Etappe beendeten sie später am Abend in Bad Nauheim.
Ute Gräber-Seißinger











