Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Stadtverband Bad Vilbel / Karben e. V.

und Walter Baumann vom ADFC setzen sich für einen sicheren Radverkehr ein

Ortstermin Friedberger Straße. Wulfhard Bäumlein, Theo Sorg, Jochen Waiblinger und Walter Baumann (v. l.) vom ADFC setzen sich für einen sicheren Radverkehr ein © Christiane Kauer

ADFC sieht in Bad Vilbel Handlungsbedarf

Januar 2025. Der ADFC Bad Vilbel / Karben sieht in der Quellenstadt, insbesondere auf der Friedberger Straße, dringenden Handlungsbedarf, um die Risiken für Radfahrerinnen und Radfahrer zu verringern. Deshalb hatte er zum Ortstermin geladen.

Los ging es in Dortelweil am Stada-Kreisel, am benutzungspflichtigen Radweg Richtung Kernstadt. Er verlange, auf einer kurzen Distanz zweimal die Straßenseite zu wechseln, was mit Gefährdungen verbunden sei. Weshalb die Radfahrer meist schon den Stada-Kreisel zum Überqueren nutzen und nicht auf der Straße bis zum Beginn des Radwegs weiterfahren.„Die fehlende Infrastruktur verleitet hier zum Falschfahren“, stellt Theo Sorg fest. Nicht nur dort, wie sich wenige hundert Meter weiter zeigten sollte.

Der ADFC schlägt vor, die außerörtliche Straße zwischen Dortelweil und Kernstadt zu einer innerörtlichen Verbindungsstraße mit einer Tempobegrenzung auf 50 Kilometer pro Stunde umzuwidmen – wie zwischen der Kernstadt und dem Heilsberg.

Zudem sollte die Radwegbenutzungspflicht für die von Dortelweil nach Bad Vilbel Radelnden aufgehoben werden. »Hier könnte man die Grünstreifen nutzen, um auf beiden Seiten Radwege anzulegen«, erläutert Jochen Waiblinger, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Bad Vilbel / Karben. Das sei eine gute Lösung, bis die Brücke im Zuge des S-Bahn-Ausbaus nach Friedberg neu gebaut werde.

„Schilder werden falsch interpretiert“

Auf dem Weg in die Kernstadt endet der benutzungspflichtige Radweg abrupt an der großen Lkw-Einfahrt, wie das blaue Gehweg-Schild zeigt, das aus Richtung Dortelweil aber kaum wahrgenommen werde, weswegen viele einfach weiterfahren. Hinzu komme: Wer in umgekehrter Richtung nach Dortelweil radelt, darf diesen Gehweg nutzen. Aber Radfahrer in Richtung Kernstadt müssen hier die Straßenseite wechseln. Dort ist der Bürgersteig für Fahrräder zwar freigegeben – aber nicht benutzungspflichtig, was Konfliktpotenzial mit Autofahrern berge.

Die hielten die Bürgersteige wegen des Gehweg-Schildes mit dem Radfahrer-frei-Zusatzzeichen darunter für benutzungspflichtige Radwege, wie Jochen Waiblinger feststellte. „Diese Schilder sieht man in Bad Vilbel sehr oft“, sagt er. Nicht nur die Autofahrer interpretierten sie falsch, sie verleiteten auch die Radfahrer dazu, häufig auf Bürgersteigen zu fahren. Wer jedoch korrekt auf der Straße fahre, werde gerne von Autofahrern belehrt, dass sie das nicht dürften. „Leider nehmen sie sich nicht die Zeit, sich selbst belehren zu lassen“, sagt Wulfhard Bäumlein. Doch beim Ortstermin ist das anders: Mit Theo Sorg und Jochen Waiblinger steht er an der Kreuzung Friedberger / Büdinger Straße an der Ampel und wird von einem Autofahrer auf den vermeintlichen Radweg auf dem Bürgersteig hingewiesen. „Endlich konnte ich mal einen Autofahrer belehren und er hat eingesehen, dass wir richtig waren auf der Fahrbahn“, freut er sich.

„Hinweise auf Schulkinder fehlen“

Wegen der Einfahrten, die auf der Friedberger Straße in Höhe des Bürgersteigs rot markiert sind und suggerierten, der Radweg verliefe darauf, hat der ADFC Sicherheitsbedenken, weil abbiegende Autos Radelnde gefährdeten. Als Lösung schlägt er vor, Fahrradpiktogramme anzubringen, um das Konfliktpotenzial zu minimieren.

Der Ortstermin endete am Viadukt an der Kasseler / Homburger Straße. Die Regelungen des dortigen Kreisverkehrs widersprächen den amtlichen Empfehlungen und ignorierten weitgehend die Sicherheitsbedürfnisse von Radfahrern, so Theo Sorg. Und da der Weg über die Niddabrücke am Freibad wegen Baumaßnahmen momentan nicht genutzt werden könne, bestehe dort besonderer Handlungsbedarf für den Radverkehr zu den Schulen, sagte Wulfhard Bäumlein. „Hier gibt es noch nicht einmal einen Hinweis auf Schulkinder“, stellte er fest. Gerade für Kinder und Jugendliche auf dem Weg zum Schulzentrum sei eine eindeutige und klare Wegführung erforderlich.

Wir haben mit der Stadt einiges auf den Weg gebracht, stellte Jochen Waiblinger abschließend fest. „In Bad Vilbel hat sich die Wahrnehmung gegenüber Radfahrenden geändert, sie wird besser.“ Aber Radfahrerinnen und Radfahrer seien noch weit davon entfernt, sich sicher zu fühlen.

Christiane Kauer

Gastbeitrag, zuerst erschienen am 4. November 2024 in der Frankfurter Neuen Presse, mit freundlicher Genehmigung

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